Der Einfluss des Gewichtes deines Kopfes auf dich und dein Pferd

von Maria
oder

Kopf hoch, Schätzchen

Triggerwarnung: Dieser Artikel beinhaltet physikalische und statische Thematiken. Keine Sorge, ich stelle euch das in einer vereinfachten Form und mit so wenig Zahlen vor wie es nur möglich ist. 

Ich möchte euch in diesem Artikel erläutern, warum es so wichtig ist ein Gefühl für sein Pferd unter sich zu entwickeln und das nicht ständig visuell mit einem herabschauenden Blick zu kontrollieren. 

Der Kopf sollte beim Reiten frei getragen werden und der Blick geht nach vorn zwischen den Pferdeohren entlang. Damit ist es möglich den Oberkörper mitschwingen zu lassen und in der Mittelpositur zu halten. 

Ein häufiger Fehler ist, das (permanente) nach unten Schauen beim Reiten. Manchmal werden nur die Augen nach unten gerichtet. Viel häufiger wird aber der gesamte Kopf genutzt. Oft wollen die Reiter sehen, wie das Pferd am Zügel geht. Dadurch verlieren sie aber ein Teil ihrer Spannung im Oberkörper bzw. bauen an den falschen Stellen Spannung auf. 

Der Kopf des Menschen wiegt etwa zwischen 3- 4 kg und wird mit unserer Halsmuskulatur auf der Wirbelsäule balanciert. Kommt das ganze ins Kippen, muss die Muskulatur von der Gegenseite entgegen der Falltendenz arbeiten. Da der Kopf der höchste Punkt in unserem Körper ist, wirkt er beim Herabschauen, mit einem großen Hebel nach vorne. Die 3 – 4 kg  Gewicht werden nach vorne gerichtet gerne ein paar Kilogramm mehr. Letztendlich muss die gesamte hintere Kette der Rückenmuskulatur gegen diese Falltendenz halten. 

strukturelle Probleme

Durch den nach unten gerichteten Blick, werden die Bandscheiben in der Wirbelsäule, sowie die kleinen Wirbelgelenke einseitig belastet. Versteht mich nicht falsch, eine durchgehend aufrechte Haltung ist ebenfalls nicht gesund. Die Wirbelsäule- egal ob Hals-, Brust- oder Ledenwirbelsäule – benötigt immer ALLE Bewegungsrichtungen, um gesund zu bleiben. Hier ist es wie mit so vielen Dingen, die Dosis macht das Gift. Reitest du nun insgesamt etwa 45 bis 60 Minuten dein Pferd und schaust den Großteil der Zeit nach unten, um es zu kontrollieren, wird sich deine Nackenmuskulatur verspannen. Das Zeitintervall ist zu lang. 

Langfristig kann diese Haltung zu Halswirbelsäulenproblemen beitragen und weiterlaufend die zu starke Gelenk- und Bandscheibenabnutzung provozieren. 

Dein Pferd

Wie oben schon erwähnt, verlierst du beim nach unten Schauen die Mittelpositur. Der Schwerpunkt deines Gewichts verlagert sich weiter nach vorne auf die Vorhand des Pferdes.  Das bedeutet in der Konsequenz, dass dein Pferd eine deutliche Mehrbelastung auf der Vorhand hat. Für dein Pferd wird es zum einen schwieriger bis hin zu unmöglich Last auf die Hinterhand aufzunehmen. Damit ist die  Ausbildungsskala bei euch beiden schon auf Höhe der Losgelassenheit gestört. Das Pferd bekommt Probleme dabei seine Muskulatur unverkampft an – und abzuspannen. Bei vielen Pferden sieht man, beim Versuch sie vorwärts- abwärts zu reiten, dass sie nur abwärts gehen. Die Schritte sind nicht raumgreifend und die Hinterhand tritt nicht unter. Teils fällt das Pferd bei gestrecktem Hals  mit dem Kopf hinter die Senkrechte. 

Auch dies führt wieder zu Verspannungen in der Rücken- und Halsmuskulatur. Die Mehrbelastung der Vorhandgelenke ist ebenfalls ein Problem für eine zu starke Belastung und kann damit ein Faktor für Arthrose (Knorpeldegeneration) bzw. Arthritis (Gelenksentzündung) sein. Bei Pferden, die bereits unter dieser Problematik in der Vorhand leiden, tragen die falsch geritten Zeitintervalle zu einer Verschlechterung des Problems bei. 

Übung macht den Meister

Ich bin persönlich ein Fan von inneren Bildern. Damit erschaffst du dir eine Szene, die deine Körperhaltung verbessert. Eine simple Vorstellung ist, dass dir jemand  an einer Strähne am Scheitelpunkt deines Kopfes zwischen deinen Ohren zieht. Du folgst dieser Strähne, wie eine Marionette und trägst deinen Kopf aufrecht über deiner Wirbelsäule. Dein Gesicht steht senkrecht im Raum und deine Wirbelsäule streckt sich. 

Das nächste innere Bild ist deutlich pompöser. Du sitzt im Sattel als König oder Königin. Dein Pferd schreitet mit dir zusammen fleißig in deine Stadt ein. Von  links und rechts jubelt dir dein Volk zu. Deine Körperhaltung sagt nichts anderes als ’schaut mich an‘ . Du trägst die Nase schon fast etwas zu hoch, deine Brust ist vor Stolz geschwellt. Das ist dein Moment.

Dein Pferd wird es damit einfacher haben sich frei unter dir zu bewegen. Die Bewegungsabläufe werden schöner und ihr beide könnt die Ausbildungsskala weiter erklimmen. Dafür brauchst du keine ständige visuelle Kontrolle, wie dein Pferd läuft. Du wirst spüren, was dein Tierchen unter dir treibt und mit einem nach vorne gerichtet Blick kannst du sehr viel am Ohrenspiel ablesen. 

Quellen

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