Fliegenspray für Pferde – Selbstgemacht

von Mareike Heil

Fliegenspray ist für Pferdehalter:innen und Reiter:innen im Sommer der Begleiter schlecht hin. Auf der Wiese lauern Fliegen, Mücken und Bremsen genauso wie beim Ausritt, wo die brummenden Plagegeister uns und unser Pferd in den Wahnsinn treiben. Gesicht und Ohren lassen sich hervorragen mit einer Fliegenmaske schützen, für den Körper bleibt die Wahl zwischen Fliegendecke und Fliegenspray. Die Vorteile eines Fliegensprays liegen auf der Hand – es ist billig(er) und einfach anzuwenden und das allerbeste: Bei selbstgemachtem Fliegenspray weiß man auch zu 100% was drin steckt!

Perfektes Bremsenwetter – Feucht und Warm

Letztes Jahr hatten wir bei uns das Glück durch die starke Hitze und Trockenheit kein Fliegenspray zu brauchen, da so gut wie keine Bremsen zu finden waren. Dieses Jahr hingegen ist es bei uns recht feucht mit abwechselnd warmen Tagen, was das Vorhandensein von Bremsen begünstigt. Bremsen legen ihre Eier gern in feuchte Böden oder Pfützen, da sie (wie z.B. Mücken) Wasser benötigen um zur Larve zu werden. Bremsen lieben also feucht, warmes Wetter und nasse Orte. Sobald es zu kalt ist (< ca. 15 Grad) oder zu heiß (> ca. 30 Grad) sind sie außerdem auch nur wenig aktiv.

Leider entspricht aber natürlich für den Reiter der auch gern im Sommer ins Gelände geht genau diese Temperatur so um die 20 – 25 Grad dem was noch als erträglich empfunden wird um auszureiten. Selbst in den frühen Morgen oder späten Abendstunden ist es selten kühler und Reiten in der Mittagshitze ist auch keine richtige Option. Also müssen Mittel und Wege gefunden werden um die lästigen Biester auf Abstand zu halten = das selbstgemachte Fliegenspray.

Das Fliegenspray

Fliegensprays gibt es inzwischen auch in jeder erdenklichen Form und Preisklasse, ob das Produkt funktioniert oder nicht lässt sich erst nach dem Kauf herausfinden und meist ist die Enttäuschung so groß wie die Bremsenplage. Außerdem weiß man nie so genau was in diesen Produkten alles drinsteckt, denn seien wir mal ehrlich, wer schaut sich die Inhaltsstoffe schon so genau an, dass er / sie sich alle einzelnen Stoffe heraussucht. Deshalb greifen inzwischen immer mehr Reiter:innen zu selbstgebrauten Mixturen.  Als ich vor ein paar Jahren entdeckt habe, dass das für mich am besten funktionierende Fliegenspray hauptsächlich aus ätherischen Ölen besteht, beschloss ich es lieber selbst zu machen. Somit ist es deutlich billiger, genauso schnell geht wie das Bestellen über das Internet, wenn man alle Zutaten beisammen hat und noch dazu kann ich ökologische und sogar regionale Unternehmen meiner Wahl unterstützen mit dem Kauf meiner Produkte.

Falls bei euch die Bremsen sehr extrem sind, würde ich aber auch zu einer Fliegendecke raten, das bedeutet deutlich weniger Stress für das Pferd. Da Bremsen nicht von Geruch sondern Körperwärme angezogen werden, wird kein Fliegenspray der Welt dauerhaft und langanhaltend beim Training wirken, denn sobald ein Pferd anfängt zu schwitzen wird es warm und für die Bremsen „sichtbar“. Dennoch kann ein Fliegenspray helfen Bremsen und andere Stechtiere (Mücken etc.) für einen gewissen Zeitraum fern zu halten.

Hinweis an Turnierreiter:innen!

Ich möchte aber hier noch einmal explizit darauf hinweisen, dass jeder der sich sein Fliegenspray selbst mischt und mit seinem Pferd auf ein Turnier gehen möchte, sich vorher über die Zutaten in der Dopingliste informiert, denn auch einige ätherische Öle sind dopingrelevant.  

Da ich keine Turnierreiterin bin gibt es bei mir die volle Dosis Stinkespray und wie meins aussieht beschreibe ich euch in folgendem Rezept.

Rezept Earl Gray – Fliegenspray

Zutaten:
1 – 1,5 l heißes / kochendes Wasser   
3 Teebeutel Bio Earl Grey (o. anderer starker schwarzer Tee)  
1 Bio Zitrone       
2 TL Nelken (ganze oder alternativ 10 Tr. ätherisches Nelkenöl)
250 – 300 ml Bio Essig (z.B. Apfelessig; sollte 1/3 der Flüssigkeit ergeben, nicht zu viel da es sonst sehr klebrig wird)

ätherische Öle:      
10 Tr. Rosmarinöl     
10 Tr. Lemongrasöl        
15 Tr. Zitronenöl      
15 Tr. Lavendelöl  
15 Tr. Zypressenöl oder Zedernöl         
10 Tr. Bergamottenöl oder Thymianöl  

Hinweis: Die ätherischen Öle sollte jeder nach eigenem empfinden dosieren, probiert einfach aus was für euch am besten funktioniert, mehr hinzufügen geht immer. Die Öle sind außerdem  alle nicht extrem teuer. Am besten kauft ihr diese bei einem deutschen Hersteller z.B. Taoasis oder Primavera (keine bezahlten Links) oder schaut in eurer örtlichen Apotheke. Bei den letzten beiden Ölen könnt ihr euch aussuchen was ihr lieber nehmen wollt oder selbst testen. Ich habe bisher Zypresse und Bergamotte genommen, da ich aktuell kein Zedern- oder Thymianöl da habe.

Zubereitung:
Das Wasser aufkochen , die Beutel Earl Grey / schwarzer Tee in eine hitzefeste Schale tun und mit dem heißen / kochenden Wasser übergießen. Die Zitrone abwaschen und in Scheiben schneiden und dazu geben. Die Nelken ebenfalls mit dazu. Alles abgedeckt 1 Tag ziehen lassen.

Dann das Ganze durch ein Sieb geben und gut ausdrücken (besonders die Zitrone). Den Essig dazu geben und in eine Sprühflasche füllen. Anschließend jeweils die Tropfen ätherischer Öle hineinträufeln, mit dem Sprühkopf verschließen und benutzen. Haltbarkeit: Ich habe den Rest nach dem Sommer weggetan. Ätherische Öle können nach einiger Zeit durch Luft und Lichtkontakt ihre Zusammensetzung verändern, daher ist es besser im nächsten Jahr neues zu nutzen.

Letzter Hinweis: Das Fliegenspray riecht nicht soooo angenehm.

0 Kommentar

You may also like

Kommentar schreiben

Zum Anfang