Erfahrungsbericht Tetanusimpfung und Titerbestimmung – Impfen mit Köpfchen

von Mareike Heil

Das Impfen von Pferden steht immer wieder zur Diskussion, besonders bei Freizeitpferden, die nicht auf Turniere gehen. Die Impfintervalle sind bisweilen sehr kurz und einige Berichte der Vergangenheit legten nahe, dass gerade die Tetanusimpfung beim Pferd ähnlich lange hält wie beim Menschen. Aber wie sieht es nun wirklich aus und könnte eine regelmäßige Titerbestimmung abhilfe schaffen?

Die allgemeinen Richtlinien zufolge gilt generell eine Tetanus Impfpflicht, welche zum Beispiel bei Influenza nicht besteht. Ausgenommen sind Turnierpferde. Allgemein sollte Tetanus nach der Grundimmunisierung alle 2 bis 3 Jahre (je nach Impfstoff) aufgefrischt werden. Influenza hingegen sollte nach der Grundimmunisierung jedes Jahr, bei Turnierpferden alle 6 Monate geimpft werden. Diese Vorschriften haben durchaus ihre Berechtigung, denn es möchte schließlich niemand sein Pferd durch Wundstarrkrampf verlieren oder das es sich auf einem Turnier ansteckt.

Meine Pferde gehen aber auf keine Turniere und stehen bei uns Privat. Zudem ist der Kontakt zu fremden Pferden sehr gering und besteht lediglich darin, welche auf einer anderen Wiese zu sehen oder ihnen beim Ausreiten zu begegnen. Daher habe ich mich schon vor 2016 dazu entschieden Influenza nicht mehr zu Impfen.

Die Influenzaimpfung ist nicht verpflichtend und da es diverse verschiedene Influenzaviren gibt und somit ein Pferd auch trotz Impfung an einer Influenza erkranken kann – es wird schließlich nur gegen den gerade häufigsten Virenstamm geimpft – überwiegt dort für mich die Belastung des Körpers gegenüber des Sinn und Zwecks. Schlicht gesagt stehe ich zu der Influenza-Impfung beim Pferd ähnlich wie zu der Grippe-Impfung beim Menschen. Wenn nicht ausdrücklich gefordert, oder wie bei Turnierpferden mit Sinn dahinter, ist es nichts was ich meinem Pferd jedes Jahr zu Gemüte führen muss. Des Weiteren habe ich auch schon schlechte Erfahrungen in dieser Richtung gemacht, was mein Bild nicht wirklich verbessert hat.

Aber wie sieht das nun mit Tetanus aus?

Nachdem ich mich also von der Influenza-Impfung verabschiedet habe, stand schon länger der Umgang mit der Tetanus-Impfung im Raum. Tetanus ist wirklich nichts was man, egal ob Mensch oder Tier, jemandem wünscht und da die Impfung verpflichtend ist kommt man auch nicht so einfach darum herum. Nachdem nun aber einige Berichte aufgetaucht sind und ich schon von anderen erfahren habe, dass diese regelmäßig einen Antikörpertest machen lassen, habe ich mich in der Richtung etwas schlau gemacht.

Nun war es also wieder so weit, dass unsere Ponys geimpft werden sollten und ich habe mit meiner Tierärztin über dieses Thema gesprochen. Letztendlich haben wir Blut zum Antikörpertest ins Labor geschickt. Ich war wirklich gespannt auf das Ergebnis, da mein Wallach erst mit 6 Jahren grundimmunisiert wurde. Es wir nämlich vermutet, dass der Antikörperstatus bei Pferden mit später, falscher oder verzögerter Grundimmunisierung (dh. nicht als Fohlen in den korrekten Abständen) durchaus schlechter ausfallen kann und die Impfung möglicherweise nicht allzu lange anhält. Nun, das Ergebnis kam und der Antikörperstatus unserer Stute ist „sehr gut“ und der meines Wallachs „gut“. In beiden Fällen wird empfohlen den Titer in zwei Jahren wieder bestimmen zu lassen, was ich auch genauso tun werde. Für den Fall der Fälle lege ich eine Kopie des Laborergebnisses in den jeweiligen Pferdepass.

Man kann auch einen Schnelltest zur Antikörperbestimmung direkt vor Ort machen lassen  z.B. mit der Fassisi Teta Check. Diesen kann aber auch nur euer Tierarzt besorgen. Die Ergebnisse unserer Test haben mich tatsächlich wenig überrascht und ich bin nun sehr gespannt wie lange sich der Antikörperstatus hält, meine Hoffnung ist das er das wirklich sehr lange tut und ich unsere Ponys vielleicht erst in 5 bis 10 Jahren wieder impfen lassen muss – wer weiß, vielleicht auch nie wieder?

Fazit

Ich denke, dass man heutzutage, wo nun schon das Entwurmungsmanagement bei vielen eine starke Überholung hin zur selektiven Entwurmung erfahren hat, man auch durchaus mal einen Blick auf das Impfmanagement seines Pferdes werfen kann. Jede Impfung ist schließlich auch Stress für den Körper und das Immunsystem und mit jeder Impfung geht nicht nur der Schutz des Tieres einher, sondern auch die Gefahr eines Impfschadens. Außerdem gibt es nun schließlich auch die Möglichkeit einer Titerbestimmung, warum diese also nicht auch nutzen?

Falls auch ihr euer Impfmanagement überarbeiten wollt, sprecht dies am besten offen mit eurem Tierarzt ab und fragt ihn, ob er bei eurem Pferd einen Schnelltest durchführen würde oder das Blut ins Labor schicken kann. Falls ihr in einem Pensionsstall steht, sollte dies natürlich auch mit eurem Stallbetreiber besprochen werden, ich denke dass versteht sich von selbst. 

Quellen & weiterführende Artikel:

Sehr zu empfehlender Artikel: https://www.atm.de/blog/redaktionelles/tetanus-impfintervalle-beim-pferd-impfen-wir-zu-viel

Impfbestimmungen im Detail: https://www.pferd-aktuell.de/veterinaermedizin/impfung/impfung

Bericht von vet-tcm: https://www.facebook.com/thp.vettcm/posts/1727987873937655

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