Das Trensengebiss beim Pferd

von Maria
Trensengebiss

Das Trensengebiss

Ich habe in den letzten Wochen vermehrt in die Mäuler unserer Pferde geschaut. Was mich dazu veranlasst hat, war mein eigener kleiner Vierbeiner und meine Reitlehrerin. Sie erklärte mir, dass er seine Zunge immer wieder über  das Trensengebiss legte. Warum tat er das ? Weil es zu tief verschnallt war bzw. der Gebissring zu groß war. Die Folge war, ein an die Hengstzähne klopfendes Gebiss. 

Ich achtet die letzten Wochen nun auch mehr auf andere Pferdemäuler. Mir fielen diverse Pferde auf die versuchten ihr Maul gegen den Sperrriemen aufzusperren, die ihre Zunge ( wie meiner ) über das Gebiss legten oder sie einfach rausstrecken. 

Wonach muss du das Trensengebiss auswählen?

Die beiden offensichtlichsten Faktoren sind die Weite und Breite. Hierbei ist auf die individuellen anatomischen Strukturen zu achten.

Die Weite kannst du mit einer Schablone messen oder  vom Pferdezahnarzt bestimmen lassen. Wenn beides nicht in deinen Möglichkeiten liegt, kannst du ein wenig ausprobieren. Je nach Gebissart muss dann die Weite angepasst werden. Bei der einfachen Wassertrense sollte das Gebiss laut LPO nicht mehr als 5 mm aus dem Mundwinkel stehen. Dementsprechend wird nach der Vermessung auf den Wert noch 1 cm dazu addiert.  Zu beachten ist, dass der Ring nicht zu eng am Mundwinkel anliegen, da er sich sonst nicht mehr drehen kann. Bei festen Gebissformen wie dem Olivenkopf oder der Schenkeltrense, werden die ca. 1 cm abgezogen, damit die Gebissringe seitlich an den Lefzen anliegen. 

Bei der Breite gibt es in der Regel zwei Varianten.  Die mit 14mm und damit schärfere Sorte und die mit 16 mm und deutlich weichere Alternative. 

Genau da liegt die Krux. Bei einigen Pferden und vor allem Ponies ist nicht mal für 14 mm genügend Platz im Maul. Der einfachste Test, um zu schauen, wie viel Platz im Maul ist, ist eine 2- Fingerprobe. 

Der Zeige- und Mittelfinger wird an die Stelle ins Maul quer gelegt, an der das Gebiss seine Position haben soll. Nun wird das Pferd versuchen zu kauen. Solltest du einen schnellen Kontakt von Ober- und Unterkiefer an deinen Fingern spüren ist nur wenig Platz im Maul des Pferdes. Damit ist ein schmaleres Gebiss zum empfehlen. Wenn der Kontakt an deinen Fingern nicht sofort zu spüren ist, kannst du die breitere Variante wählen.

Wie schmal ein Trensengebiss sein muss, richtet sich nach der Zunge und der Lade. Hat das Pferd eine fleischige Zunge im Verhältnis zur Lade, sodass es die Zunge nicht weit genug in dem Zungenkanal verschwinden kann, musst du ein dünnes Gebiss nutzen. Nun ist nur wenig Platz im Maul, sodass auch ein 14mm Gebiss zu dick sein kann und Druckstellen vor allem am Gaumen verursacht werden können. Im schlimmsten Fall wird bei zu starker Zügeleinwirkung die Zunge so sehr gequetscht, dass die Blutversorgung  für den Moment unterbrochen ist. Gleichzeitig ist eine breite Zunge mit passendem Gebiss von Vorteil, damit die Lade gut gepolstert ist. Die dickere Gebissvariante wird wiederum bei schmaleren Kinnladen vom Pferd als angenehm empfunden und verteilt den Druck des Gebisses auf eine größere Fläche im Maul.

Achte bitte darauf, dass ein dünneres Gebiss auch eine noch feinere Hand nach sich zieht.  

Die Materialien

Das wohl am häufigsten verwendete Trensengebiss besteht auf Metall. Dabei kommt oftmals eine Zusammensetzung aus Chrom, Stahl und Nickel zustande. Ebenfalls sind Legierungen bestehend aus Argentan (Kupfer, Nickel und Zink) üblich. Das Kupfer hat einen antibakteriellen Effekt und schmeckt süßlich, wenn es mit Sauerstoff reagiert. Nickel hingegen hat einen bei manchen Pferden reizenden Effekt auf die Schleimhäute. Einige Hersteller bieten inzwischen Alternativen zu den nickelhaltigen Gebissen.

Auch die noch verhältnismäßig neumodische Version der Kunstoffgebisse (mit Geschmack ) sollen das Pferd zum Kauen anregen. Vorsicht ist bei den Pferden geboten, die dazu neigen die Gebisse zu zerkauen. Wenn sie anfangen Plastikstückchen zu verschlucken, tut das dem Organismus nicht gut. Falls das mit Metallgebissen auch der Fall sein sollte, muss geschaut werden, ob einer der anderen Parameter, wie z.B. die Höhe, Breite oder Form des Gebisses Einfluss auf das übermäßige Kauverhalten hat. 

Wie sich die Form des Gebisses auf euer Pferd auswirkt und was die Reiterhand als Hilfengeber ausmacht erfahrt ihr in dem nächsten Beitrag

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