Das Gold der Bienen – eine Ode an den Honig

von Mareike Heil

Honig wird schon seit Jahrhunderten genutzt und trotzdem verwundert seine gesundheitliche Wirksamkeit dennoch. Kennt man ihn doch sonst eher als Begleiter zu Tee oder auf dem Brötchen. Aber auch ich hätte nicht gedacht, was alles drin steckt im Honig und wozu er fähig ist. Daher gibt es nun einen Einblick in das Thema Honig und ein paar weitere Produkte aus dem Bienenstock.

Honig – eine Entstehungsgeschichte

Pflanzen produzieren Nektar (eine zuckerhaltige Flüssigkeit) in bestimmten Drüsen als Belohnung für Insekten die bei ihnen vorbei kommen, da diese so auch ihren Pollen mitnehmen und die Blüten bestäuben. Bienen sind daher auch Blüten – und Ortstreu. Es werden immer zuerst alle Blüten einer Sorte (z.B. Lindenblüte) an einem Ort angeflogen, bevor es zum Nächsten geht.

In ihrem kurzen Leben (5 – 6 Wochen) hat die Biene verschiedene Aufgaben. Zuletzt arbeitet sie als Sammelbiene. Haben Spurbienen genug Pflanzen in Blüte entdeckt, werden die Sammelbienen ausgeschickt, um den Nektar der Pflanzen einzusammeln.

Ist eine Sammelbiene nun an einer, nehmen wir mal weiterhin an, Linde angekommen und auf deren Blüte gelandet, saugt sie den Nektar mit ihrem Rüssel auf und speichert ihn zum Transport in einer Nektarblase.

Bienen können bis zu 25 mg Blütennektar oder 35 mg Honigtau (was das ist erkläre ich gleich) mitnehmen. Dafür muss sie Durchschnittlich 200 Blüten anfliegen in einer Entfernung von 2 – 10 km vom Bienenstock.

Neben dem Nektar sammeln Bienen auch Honigtau. Honigtaue sind die Ausscheidungen von Insekten, wie z.B. Läusen, die die Pflanze direkt stechen um somit an den Pflanzensaft zu gelangen. Die Läuse können aber nicht alles aufnehmen und so scheiden sie ungenutztes tröpfchenweise wieder aus. Honigtau ist daher angereicherter Zucker in einer Wasserlösung mit einigen Enzymen, da der Pflanzensaft schon durch den Darm der Läuse gewandert ist und dort verändert wurde.
Honigtau-Honig wird meist als Tannen – oder Waldhonig verkauft und ist dunkler als Nektar-Honig. Diese saugenden Insekten befinden sich nämlich häufig an Tannen bzw. im Wald oder auch an Linden und Kastanien.

Nachdem die Sammelbiene nun vollbeladen am Bienenstock ankommt, übergibt sie dort die Nektarflüssigkeit/ den Honigtau an eine Stockbiene. Rüssel an Rüssel versteht sich. Im Stock geschieht dieser Art der Weitergabe, auch Futterkette genannt, häufiger. Ziel der Bienen ist es nämlich, durch Veränderung des Rohstoffes, den Nektar als Honig haltbarer zu machen.

Während der Weitergabe mengt jede Biene körpereigene Stoffe bei, wie Aminosäuren, Enzyme und andere Proteine. Dabei entstehen Stoffe die das Wachstum von Bakterien hemmen und den Honig haltbar machen. Außerdem verändern die beigemischten Enzyme den Zucker im Nektar, sodass ein bestimmter Honigzucker entsteht, welcher nur im Honig vorkommt. Zusätzlich wird Saccharose ( ein Mehrfachzucker) komplett in Fructose und Glucose zersetzt, da diese schneller aufgenommen werden können.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Honig ist die Trocknung. Das heißt dem Nektar wird Wasser entzogen. Zuerst geschieht dies, indem die Bienen den Nektar immer wieder durch ihren Rüssel nach außen pressen und ihn dann wieder aufsaugen. Ist er so schon etwas eingedickt, wird er in den Waben des Bienenstocks eingelagert und durch ständiges Flügelschlagen (Austausch von feuchter Luft durch trockene Luft von außen) weiter getrocknet.

Fertig ist der Honig mit einem Wassergehalt von 18 – 20%. Hiernach wird der Honig noch ein letztes Mal transportiert. Er verbleibt dann in den Lagerzellen über dem Brutnest. Dort wird er mit einer luftdichten Wachsschicht „verdeckelt“.

Der Honig dient den Bienen zur Ernährung ihrer Brut und als Wintervorrat, um sich über die Monate ohne Blüten ernähren zu können und zu überleben.

Eine Biene produziert in ihrem Leben einen Löffel Honig. Um 500 gr Honig zu produzieren müssen Bienen 40.000 mal ausfliegen und eine Flugstrecke von 120.000 km hinter sich bringen!

Was ist drin im Honig?

Nachdem nun hoffentlich der erste Schreck überwunden ist, dass Honig nichts weiteres ist, als ein pflanzliches Drüsensekret vermischt mit Bienenspeichel oder ein Läuse’sekrekt‘ vermischt mit Bienenspeichel, wird es hier nun etwas ernster. So sehen die Inhaltsstoffe wirklich aus:

Grob vereinfacht besteht Honig aus: 

  • ca. 80% Zucker
  • ca. 17 % Wasser
  • ca. 3% Sonstiges

Natürlich können diese Angaben, je nach Sorte, minimal variieren.

Zum Zucker:

Es können sich bis zu 30 verschiedene Zuckerverbindungen im Honig befinden. Dabei stehen Fructose und Glucose natürlich ganz weit vorne, aber auch verschiedene Zweifach- und Mehrfachzucker sind vorhanden. Allgemein kann man sagen das der Zuckeranteil zu ca. 70% aus Fructose und Glucose besteht und zu 10% aus Zweifach- und Mehrfachzucker.

Merken kann man sich noch:
Festerer Honig = mehr Glukose, weniger süß
Flüssigerer Honig = mehr Fruktose, mehr süß

Zu den 3%:

Nun aber zu den interessantesten Bestandteilen des Honigs. Man mag denken 3% sind sehr wenig, aber genau diese 3% sind es, die den Unterschied machen.
Darin enthalten sind:

  • Enzyme
  • Aminosäuren
  • Vitamine
  • Mineralien
  • Säuren
  • Aroma- und Farbstoffe
  • Inhibine
  • Hormone

(Ein tolles Übersichtsbild findet ihr mit Link in den Quellen)

Es befinden sich einige wenige Aminosäuren, sowie Enzyme im Honig. Einige der Aminosäuren sind u.a. Prolin (welches am meisten vorkommt), Phenylalanin, Tyrosin und diverse andere. Als Enzyme sind z.B. Diastase, Invertase und Glucoseoxidase, welche eine wichtige Rolle spielt, enthalten.
An Vitaminen sind nur wasserlösliche enthalten, besonders die B-Vitamine und Vitamin C.

Mineralien sind unter anderem Mangan, Phosphor, Kalium, Eisen, Kalzium usw. Dabei sind diese häufig, genau wie die Vitamine, in genau jenem Verhältnis zueinander vorhanden, welches der Körper benötigt um den Zucker bestmöglich zu verstoffwechseln. Schließlich muss die Biene über Winter davon Leben und kann sich einen Mangel an einem Vitamin oder Mineral nicht erlauben.

Farbe und Geschmack werden durch bis zu 180 verschiedene Stoffe beeinflusst, wobei das, wie bei allen anderen Inhaltsstoffen auch, wieder sortenabhängig ist. Als Hormon ist Acetylcholin enthalten, welches ein wichtiger Neurotransmitter ist.
Als Säuren sind z.B. Ameisen -, Butter -, Bernstein -, sowie Zitronensäure enthalten. Zuletzt sind noch Inhibine zu denen auch Flavonoide zählen, enthalten.

Und das soll nun wirken?

Ohja, und wie!

Die wohl wichtigsten Stoffe die hier wirken sind die Glucoseoxidase und die Flavonoide. Die Glucoseoxidase bewirkt, dass durch eine Reaktion mit Sauerstoff die Glucose oxidiert und somit Gluconsäure und Wasserstoffperoxid entstehen. Wasserstoffperoxid wirkt keimtötend und hemmend und bleibt es auch – selbst stark verdünnt. Inhibine sowie Flavonoide wirken hingegen entzündungshemmend und antibakteriell.

Dennoch erklären diese beiden Stoffe allein  nicht die starke Wirksamkeit von Honig gegenüber Bakterien, Viren und Pilzen. Forscher vermuten, dass die einzelnen Komponenten untereinander und in Wechselwirkung zueinander eine ebenso große Rolle spielen. Allerdings konnte noch nicht genau herausgefunden werden, wie genau sie zusammenwirken.

Du willst noch mehr über Honig erfahren? Wie man ihn nutzen kann und wobei er hilfreich ist? Ein paar Details über Manuka – Honig lernen? Dann ließ auf der folgenden Seite weiter!

0 Kommentar

You may also like

Kommentar schreiben

Zum Anfang